BERN - HAUPTSTADT DER SCHOKOLADE

Faszinierende Geschichte – und wie Bern zur Hauptstadt der Schokolade wurde

Die Geschichte der Schweizer Schokoladenindustrie begann im Vergleich zu anderen Ländern relativ spät. Die ersten Kakaobohnen kamen bereits im 15. Jahrhundert aus Mexiko nach Europa. Xocóatl hieß das Getränk, das dort schon lange bekannt war und beim Adel in Spanien, Frankreich und Italien immer beliebter wurde. Da die Schweiz keine direkte Verbindung zum Meer hat, versuchten die ersten Schokoladenhersteller hier erst Mitte des 18. Jahrhunderts ihr Glück. Die meisten von ihnen hatten ihr Wissen in Italien gelernt.

Obwohl sich Unternehmen wie Suchard oder Cailler schon früh auf den Export ihrer Produkte konzentrierten, war die Schweizer Schokolade bis etwa 1895 mit weniger als 1000 Tonnen im Ausland noch völlig unbedeutend – weit hinter den Niederlanden, England und Frankreich. Aber nur 10 Jahre später überholten die Schweizer Schokoladenhersteller sie alle und verkauften 1912 weltweit siebenmal mehr Schokolade als das zweitplatzierte Frankreich! Und dann ging es richtig los und 1918 wurden fast 250.000 Tonnen erreicht, ein Niveau, das erst in den 1980er Jahren wieder geschafft wurde.

Die Geschichte der Schweizer Schokolade ist enorm umfangreich – deshalb hier nur ein paar Anekdoten aus den Jahren 1879-1920. Warum wir uns hier hauptsächlich auf Bern konzentrieren und was diese Stadt mit Schokolade zu tun hat? Finden Sie es heraus.

PHILIPPE SUCHARD

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(geb. 1797 in Boudry (Kanton Neuchâtel) - gest. 1884 in Neuchâtel), Gründer der Firma Suchard)

Philippe Suchard begann im Jahr 1814 seine Lehre in Bern an der Kramgasse 23 bei seinem Bruder Friedrich, blieb dort 8 Jahre und gründete dann 1825 seine eigene Firma in Neuchâtel. Bereits zu seinen Lebzeiten wurde Suchard zu einer der grössten Schokoladenfabriken der Welt. Noch heute sind Suchard-Produkte wie Suchard Express und Sugus berühmt. Und natürlich die Milka. Hat die Milka auch etwas mit Bern gemeinsam?

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1819 gegründet, eröffnete François Louis Cailler die erste industrielle Schokoladenfabrik. In Lausanne brachte Charles Amédée Kohler 1830 die erste Schweizer Schokolade mit Vollnüssen auf den Markt und 1875 erfand Daniel Peter (Nachbar von Henry Nestlé) in Vevey die Milchschokolade aus Kondensmilch. 1911 fusionierten Kohler und Peter mit Cailler, das 1929 zu einer Nestlé-Marke wurde.

In Vevey hatte Charles Amédée Kohler Junior Mitte der 1870er Jahre einen Lehrling. Es war sein Neffe aus Bern. Da sein Vater ebenfalls Johann Rudolf hieß, nannte er sich nach seiner Rückkehr aus der französischen Schweiz, nun wieder in seiner Heimatstadt Bern im deutschsprachigen Teil der Schweiz gelegen, fortan...

RODOLPHE LINDT

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(geb. 1855 in Bern - gest. 1909 in Bern), Erfinder der Lindt-Schokolade

Mit 24 Jahren initiierte er im Berner Mattequartier an der Aare gelegen nichts Geringeres als die absolute Revolution der Schokolade! Vor Rodolphe Lindt war Schokolade bitter und sandig, jetzt ist sie samtig weich, voller Aromen und zergeht auf der Zunge. Genau jene Eigenschaft, die heute jeder Schokolade innewohnt. Wie hat er das bloss geschafft? Nun, böse Zungen behaupten, Lindt wäre eher arbeitsscheu gewesen und hätte eines Freitags einfach vergessen, seine Maschinen auszuschalten – und als er am Montag zurückkam, sei ein Wunder geschehen.

Nun, ganz so einfach war das sicher nicht, immerhin konnte er sein Geheimnis 20 Jahre lang bewahren, während die gesamte Branche erfolglos versuchte, diese geniale Schokolade nachzuahmen. 1899 verkaufte er sein Know-how an die Sprünglis in Zürich und daraus wurden die weltberühmten Lindt & Sprüngli. Was gibt es sonst noch über Rodolphe zu erzählen? Na ja, ziemlich viel - er und sein Stammbaum waren alles andere als langweilig...

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DR. ALBERT WANDER

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(geb. 1867 in Bern, gest. 1950 in Lugano), Erfinder der Ovomaltine

Die Ovomaltine hat ja einen ganz besonderen Geschmack, der durch das Malz entsteht. Aus Malz kann man auch Bier oder Whisky machen, für Albert Wander war aber die heilende Wirkung des Malzes mit seinen essentiellen Inhaltsstoffen wichtiger. So ist es nicht verwunderlich, dass die Ovo zunächst als pharmazeutisches Produkt verkauft wurde. 1927 verlegte die Firma Wander ihren Sitz von Bern ins knapp 20 km entfernte Neuenegg. Wie Henry Nestlé waren die drei wichtigsten Generationen der Familie Wander Apotheker und entwickelten unter anderem Medikamente, die wir heute noch gut kennen, wie Mebucaine, Neo-Citran oder Herbalpina. Heute gehört die Pharmasparte zu Novartis, wobei hingegen die Lebensmittel der Ovo-Linie, Caotina und Isostar Teil des britischen Konzern Associated British Foods wurden.

Heute ist der Ovo in weit über 100 Ländern auf der ganzen Welt erhältlich – also weit mehr als nur das Schweizer Nationalgetränk...

Aber warum heißt die Ovomaltine in vielen Ländern Ovaltine?

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THEODOR TOBLER

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(geb. 1876 in Bern, gest. 1941 in Bern) und die Herkunft der Toblerone

1908 entwickelten Theodor Tobler und sein Cousin Emil Baumann in der Küche der Manufaktur Chocolat Tobler an der Länggasse in Bern die Toblerone.

Theodor Tobler brach mit 16 Jahren die Schule ab, machte eine 2-jährige Ausbildung zum Buchhalter in Genf und Venedig und kehrte dann mit 18 Jahren ins Familienunternehmen zurück.

1900 übernahm Theodor Tobler im Alter von 24 Jahren das väterliche Unternehmen mit 50 Mitarbeitern und baute es in rasantem Tempo zu einem Weltkonzern aus. Um 1920 wurden Tobler-Schokoladen in 120 Ländern der Welt verkauft. Wie schafft das ein Start-up in gut 20 Jahren ohne TV und Social Media, angeführt von einem Schulabbrecher? Nur mit der Toblerone? Nein, denn obwohl die Ikone bereits 1908 erfunden wurde, spielte das berühmteste Dreieck der Welt erst ab 1920 eine grössere Rolle.

Theodor Tobler war eine charismatische Persönlichkeit, ein echter Patron, politischer Visionär und Marketinggenie. Wir zeigen Ihnen seine Biografie, sein Lebenswerk und alles andere, was weit über die wahre Geschichte der Toblerone hinausgeht und bis heute unseren Alltag in ungeahnter Weise prägt künftig in der Swiss Chocolate World Bern. Übrigens: Heute gehört die Toblerone zu Mondelez und jede Toblerone, die Sie irgendwo auf der Welt kaufen, wird seit über 30 Jahren ausschliesslich am Stadtrand von Bern produziert.

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CHOCOLAT VILLARS

1901 gründete Kaiser Wilhelm seine eigene Schokoladenfabrik. Das war natürlich nicht der deutsche Kaiser, sondern der 28-jährige Berner Wilhelm Kaiser, der Chocolat Villars in Villars-sur-Glâne bei Freiburg gründete. Die ersten Jahre waren hart – doch ab 1910 errichtete Villars innert weniger Monate über 60 eigene Verkaufsstellen und Shops in der ganzen Schweiz – ein Novum in jenen Jahren. Und bereits 1904 wurde Villars Hoflieferant des spanischen Königshauses.

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CAMILLE BLOCH

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(geb. 1891 in Bern - gest. 1970 in Bern), Gründer der Schokoladenfirma Camille Bloch)

Camille Bloch absolvierte seine kaufmännische Ausbildung bei Chocolat Tobler und machte sich ab 1919 mit einem Confiserie-Geschäft selbstständig. 1929 ergreift er die Gelegenheit, übernimmt ehemaliges Personal und Maschinen der Firma Lindt und beginnt an der Bern-Belpstrasse mit der eigenen Schokoladenproduktion. Einige Jahre nach dem Umzug in den Jura (1934) brachte das Unternehmen die beliebten Ragusa und Torino auf den Markt.

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CHOCOLAT GYSI

1931 gegründet, war Gysi ein traditionelles Berner Schokoladenhaus, das international bekannte Geschäfte wie Harrods und Marks & Spencer belieferte. Leider musste die Firma Anfang 2020 schließen. Heute wird das berühmte Gysi-Schweizer Taschenmesser aus Schokolade von Felchlin aus Ibach hergestellt – übrigens demselben Ort wie Victorinox, die die echten Messer produzieren.

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Viele der berühmtesten Schokoladen der Welt haben ihren Ursprung also in Bern. Villars hat nie in Bern produziert, Suchard, Lindt und Camille Bloch sind schon lange weg, Wander ist zumindest in der Nähe geblieben und die Toblerone wird immer noch ausschliesslich am Berner Stadtrand hergestellt. Die Firmen Suchard und Tobler fusionierten 1970 zu Interfood, wurden 1982 von Jacobs (Jacobs Suchard Tobler) übernommen und 1990 in die Kraft Foods Gruppe integriert, die seit 2012 Mondelez heisst.

Heute erinnert nur noch eine Tramhaltestelle namens Wander, ein verblichener Schriftzug auf einem späteren Gebäude der Firma Lindt in der Matte und die UniTobler, dessen Gebäude bis 1985 die Tobler(one)-Fabrik war, an diese süßen Zeiten. Und doch riecht es manchmal noch nach Toblerone aus Brünnen und selbst in der Stadt und im Umkreis von 25 km findet man wunderbare Chocolatiers.

CHOCOLAT AMMANN

Auch Chocolat Ammann hat eine ganz besondere Geschichte. 1949 in Konolfingen, übrigens dem Geburtsort des berühmten Autors Friedrich Dürrenmatt, von Theodor Ammann gegründet, beginnt 1959 die Produktion der legendären Schokoladenkönige. Sechs Jahre später zieht das Unternehmen nach Heimberg bei Thun um. Ob es auch zu diesem Unternehmen eine lustige Anekdote zu erzählen gibt?

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CHOBA CHOBA

Das 2008 in Bern gegründete Unternehmen setzt sich wie kaum ein anderes Unternehmen für Nachhaltigkeit ein, denn die peruanischen Kakaobauern sind Miteigentümer von Choba Choba. Wer diese Schokolade kauft, kauft direkt beim Erzeuger, fast wie auf dem Bauernhof.

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CASA NOBILE

Die vielfach ausgezeichnete Schokoladenmanufaktur aus Bätterkinden, 25 km ausserhalb der Schweizer Hauptstadt gelegen, widmet mit den Bärner Momenten ihre Weltklasse-Kollektion der Stadt Bern.

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SWISSONE

Swissone ist Berns jüngste Schokoladenmarke von Vernon Stuber. Seit August 2020 ist sie auf dem Markt – mit deutlich weniger Zucker aber echtem, ursprünglichem Schokoladengeschmack begeistert sie Genießer und Liebhaber gleichermaßen.

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Die Beziehung zwischen Bern und Schokolade ist enorm markant – sie hat wie kaum eine andere Stadt zu ihrem Weltruhm als „Schweizer Schokolade ist die beste“ beigetragen. Sobald unser Weltmuseum Schweizer Schokoladengeschichte in Bern - der Hauptstadt der Schokolade - geöffnet ist, werden Sie alles über unser nationales Symbol, die Schweizer Schokolade, wissen. Natürlich gibt es neben den Berner Schokoladen noch viele weitere wichtige Marken in unserem Land, die Sie auf unserer Seite Schweizer Schokoladenmarken zum besseren Kennenlernen finden. Aber wenn Sie jetzt schon Lust bekommen haben Shopping oder ein echtes Schokoladenerlebnis bekommen haben, das sind die Orte, wo man hingehen sollte.

Viel Spaß in Ihrem Schokoladenparadies!

Herzlichst, Ihre SwissChocolateWorld

...happify my day...

GEBURTSTAGE DER BERNER SCHOKOLADEN

ERSTE PRODUKTION
1750
JAHRE LINDT
143
JAHRE OVO
118
JAHRE TOBLERONE
114